Kundgebung gegen Peymanns Kollaboration mit iranischem Regime‏

Aufruf zum Protest gegen Claus Peymanns Kollaboration mit dem antisemitischen Terror-Regime im Iran

Kundgebung am Freitag, dem 8. Februar, um 18. 30 Uhr
(vor der Premiere von Peymanns Inszenierung von Shakespeares „Richard III.“)
vor dem Berliner Ensemble, Bertolt-Brecht-Platz 1, Berlin-Mitte

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Der Peymann, die Mullahs und der Tod

Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautete, wird das Berliner Ensemble (BE) nach seiner Rückkehr vom Gastspiel in Teheran in der kommenden Woche seinen Besucherinnen und Besuchern die islamische Kultur des Iran auf ganz besondere Weise nahe zu bringen versuchen. Unbestätigten Meldungen zufolge sollen Besucherinnen und Schauspielerinnen künftig nur noch vollkommen verhüllt das Gebäude am Schiffbauerdamm betreten; an der Garderobe sollen Leih-Tschadors zur Verfügung stehen. Alkohol wird künftig nicht mehr im BE konsumiert werden dürfen. Jede Inszenierung wird auf mögliche politische und künstlerische Implikationen überprüft, die im Widerspruch zur authentischen islamischen Kultur stehen könnten. Homosexuelle Mitarbeiter des BE werden bis auf weiteres beurlaubt, ebenso wie Frauen, die sich nicht verhüllen wollen. Einige eigens eingeflogene Tugendwächter werden auf die Einhaltung der Regeln achten. Etwaige Verstöße werden in der zum Foltergefängnis umgebauten BE-Kantine geahndet, wo ein islamischer Rechtsgelehrter die Urteile fällen wird. Auf dem Bertolt-Brecht-Platz wird ein Baukran aufgestellt, um Delinquenten zeitnah hängen zu können; Steinigungen finden auf der Baustelle des vormaligen Tränenpalasts statt. Claus Peymann soll gesagt haben: „Das ist eine Geste der Solidarität.“ Gerüchte, nach denen Peymann zur Überprüfung der These, die Deutschen hätten sechs Millionen Juden umgebracht, zu einem Symposium unter der Schirmherrschaft des iranischen Präsidenten Mahmut Ahmadinedjad eingeladen habe, ließen sich unterdessen nicht bestätigen.

Undenkbar? Unvorstellbar? Ja, noch kann Peymann diesen Traum vom einfachen und gerechten Leben in Deutschland nicht realisieren. Aber im_merhin hält er sich mit seinem Ensemble vom 11. bis 14. Februar mit in Teheran auf, wo all dies Realität ist und auch für ihn und seine Schauspieler Realität sein wird. Und tatsächlich begreift Peymann seine Reise als eine Geste der Solidarität mit dem Iran ge_gen die Drohungen aus den USA. Was dort geschieht – und von dem alle wissen, dass es dort geschieht –, wird mit dem Hinweis auf eine fremde Kultur ent_schuldigt, gerechtfertigt, beschönigt, verniedlicht. Je näher man sich aber die fremde Kultur ansieht, desto vertrauter blickt sie zurück. Es ist nicht das Fremde, es ist das Vertraute, das Leute wie Peymann am Iran so fasziniert: Es ist der antisemitische Wahn nach außen, der sich in der Drohung, Israel zu ver_nichten, und in der militärischen Unterstützung von Terrororganisationen wie Hamas und Hisbollah äußert; es ist der Tugendterror nach innen gegen alle, die nicht so wollen wie die Mullahs, und die Unterwerfung jeder öffentlichen und privaten Regung unters islami_sche Gesetz. Zehntausende Frauen wurden im vergangenen Sommer allein in Teheran wegen Ver_stoßes gegen die Kleidervorschriften öffentlich gede_mütigt, verprügelt oder eingesperrt. Dass Ahmadinedjad den Krieg gegen den Westen nicht nur ankündigt, sondern über seine Vasallen im Libanon, im Irak und im Gaza-Streifen sowie in der Verfolgung alles vermeintlich Westlichen im eigenen Land schon längst führt, macht ihn für den pathologischen Antiamerikaner Peymann so attraktiv – dieser hat im Gegensatz zu vielen anderen begriffen, dass Ahmadinedjads Drohgebärden alles andere als die Rhetorik eines letztlich harmlosen Spinners sind. Es ist der Hass auf den Westen, der europäische In_tellektuelle für die Kultur des Todes empfänglich und sie zu Bündnispartnern von Massenmördern werden lässt.

Nach einer ersten Protestaktion gegen Peymanns Kollaboration mit dem islamfaschistischen Regime in Teheran verlautbarte eine Sprecherin des BE, man wolle sich mit der Opposition solidarisieren. Eine Op_position, die ihre Forderung nach dem Sturz des Regimes öffentlich zum Ausdruck bringen kann, gibt es im Iran jedoch nicht. Hingegen gibt es sehr wohl eine Opposition in der Emigration, auch in Deutschland, die Peymann mit seiner Reise bewusst verrät und die hierzulande auch sonst nicht auf Unterstützung rechnen kann. Die Mär von der Opposition, die man durch die Reise unterstützen wolle, leugnet den totalitären Charakter des Mullah-Regimes, denn so furchtbar kann es in einem Land nicht sein, wenn es eine Opposition gibt – und zugleich leugnen Peymann und seine Truppe damit die Rolle, mit der sie sich beim iranischen Regime angedient haben und die sie allein schon dadurch erfüllen, dass sie nach Teheran fahren und so tun, als könne es neben einer Kultur der öffentlichen Hinrichtungen und des alltäglichen Tugendterrors schauspielerische Darbietungen geben, die nicht davon berührt würden.

Peymann verweigert sich der Solidarisierung mit den von Folter, Verfolgung und Ermordung bedrohten unangepassten Frauen, Homosexuellen und allen, die sich nicht unterwerfen wollen. Er kolla_boriert mit einem Regime, das Juden vernichten will und zum Zweck der nachholenden Perfektionierung von Auschwitz an Atom_bomben arbeitet. Die im Namen der fremden Kultur geübte Selbstzensur wäre kein Problem, wenn es nur darum ginge, erneut darauf hinzuweisen, dass Peymann und die Angehörigen des BE so dermaßen auf den Hund gekommen sind, wie es der Fall ist. Aber dass sie im Namen des Frie_dens, der Kunst und der Verständigung Propaganda treiben für den Krieg gegen den Westen, gegen die Freiheit der Kunst und gegen Verständigung auf der Grundlage des Univer_salismus’ der Aufklärung, dem der Begriff des Thea_ters entstammt, macht diese Angelegenheit zum Gegenstand unseres Protests: Die Ideologie des Kulturaustauschs auf der Grundlage der islamischen Zensur ist der freiwillige Verrat an der Aufklärung. Es geht nicht um Kunst, es geht um Gewalt, die umso reibungsloser funktionieren kann, wenn in Teheran die sorgsam drapierte Theaterkulisse die Realität verdeckt und in Berlin der Kunstgenuss davon ungestört bleibt.

die jüdische

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