Archiv für Juni, 2008

Der Weg zur Kritischen Theorie

Posted in Video with tags , , , on Juni 27, 2008 by Antifa Toscanini

 

 

Hilfloser Antifaschismus

Posted in Kritische Gruppen with tags , , , on Juni 27, 2008 by Antifa Toscanini

In der europäischen Öffentlichkeit hat der Islamismus wirklich einen schweren Stand: Die antisemitische Propaganda kann noch so explizit sein, die Bekenntnisse zur Weltherrschaft noch so konkret- man nimmt ihn einfach nicht ernst. So gilt Mahmoud Ahmadinejad nicht als antisemitischer Politiker, der mit durchaus modernen Mitteln seine Ziele zu erreichen sucht, sondern als durchgeknallter Moslem-Macho, dessen ornamentale Rhetorik folgenlos bleiben werde. In dieser Stimmung zwischen Beschwichtigung und Verharmlosung über das iranische Vernichtungsprogramm aufzuklären, stellen sich zwei Konferenzen Anfang Mai in Wien und Berlin zur Aufgabe.

            So aufschlussreich die Vorträge waren, wenn es um den Iran ging, so wenig kritisierten sie die europäische Haltung grundsätzlich. Vielmehr standen die Appelle an die deutsche und die Österreichische Regierung in einem befremdlichen Gegensatz zu dem, was die Referenten an Fakten aufzuführen hatten. Die krampfhafte Suche nach unterschiedlichen Fraktionen in der europäischen Politik erinnerte an das Beschwichtigungsgerede von den Fraktionen unter den Mullahs im Iran, wo es Reformer und Hardliner gebe. Einzig der israelische Historiker Benny Morris wagte, offen auszusprechen, was geschehen wird, wenn es so weitergeht: Israel könnte sich gezwungen sehen, zusammen mit den USA oder allein, militärische Schritte einzuleiten. Sollten konventionelle, das heißt: nukleare Waffen eingesetzt werden. Die antiimperialistische Seilschaft vom österreichischen „Standart“ bis zur deutschen „Jungen Welt“ war sich schnell einig, Morris habe den Einsatz von Atomwaffen gefordert. Genau das aber hat er nicht getan. Um so befremdlicher war die Aufforderung des Politologen Matthias Küntzel, die gesammelten Referate der Bundeskanzlerin zu übergeben, auf dass eine Bundestagsanhörung stattfinde.

            Saul Singer von der „Jerusalem Post“ freute sich, ans Publikum gerichtet, darüber, dass es in Deutschland endlich wieder eine antifaschistische Linke gebe – und erntete betretenes Schweigen. Allzu deutlich war Veranstaltern und Publikum daran gelegen, sich nicht als (Ex-) Linke zu erkennen zu geben, die womöglich eine grundsätzliche Kritik am Bestehenden formulieren wollten. Singer fand, dass ein Appell an die Bundesregierung nicht ausreiche, und forderte, sich gegen die Unternehmen zu wenden, die Geschäfte mit dem Iran tätigen. Der genannte Politologe griff die höfliche Kritik auf und erwiderte, man könne sich angesichts der dramatischen Situation, wie Morris sie beschrieben habe, keinen Defätismus leisten und müsse die „gesellschaftliche Mitte“ überzeugen. Was anderes als defätistisch ist es aber, wenn einem angesichts der dramatischen Situation nur einfällt, Bundestagsanhörung zu veranstalten und konformistische Vorschläge zu machen?

 

 

ARTIKEL VON TJARK KUNSTREICH (KONKRET 6/08)

Saddams Drittes Reich

Posted in Uncategorized with tags , , , on Juni 26, 2008 by Antifa Toscanini

Die Nazi-Wurzeln der Baath-Partei

In der westlichen Welt herrscht der Eindruck vor, dass die Diktatur Saddam Husseins und anderer Despoten in der Tradition des Nahen Ostens begründet war. Deren eine Variante ist autoritär und passiv, die andere radikal und aktiv. Aus dieser Prägung heraus, so denkt man im Abendland, seien auch die so genannten politischen Parteien entstanden, auf die diese Willkürherrscher sich stützen. Die Wahrheit liegt ganz woanders.

Saddam Husseins Regime und die Baath-Partei haben ihre Wurzeln weder in der arabischen noch in der islamischen Geschichte. Sie sind ihrem Ursprung nach europäisch – möglicherweise die einzige erfolgreiche Übertragung europäischer Institutionen und Ideen in die islamische Welt. Die politische Tradition im Islam ist in der Tat autoritär, aber sie ist nicht diktatorisch, sondern im Gegenteil unvereinbar mit despotischer und willkürlicher Herrschaft. Dies spiegelte sich in der Vergangenheit sowohl in der Praxis als auch in der Theorie wider.

Die Amtsgewalt der Sultane und Kalifen alten Stils wurde nicht nur durch die Tradition, sondern auch durch den fest verwurzelten Mittelbau der Gesellschaft beschränkt, wie zum Beispiel die städtische Aristokratenschicht, den Landadel, das Militär und die religiösen Führer. Die Folge der Modernisierung war eine Stärkung des herrschenden Systems, dem nun ein ganz moderner Apparat an Überwachung, Indoktrination und Unterdrückung zur Verfügung stand. Gleichzeitig wurde der Mittelbau, dessen Funktion in der traditionellen Ordnung darin bestand, dem Herrscher wirksame Beschränkungen aufzuerlegen, geschwächt oder sogar beseitigt.

Die Entstehung des Typs von Diktatur, den Saddam Hussein repräsentierte, lässt sich bis zum Jahr 1940 zurückverfolgen. Nach der Kapitulation Frankreichs blieben die französischen Mandatsgebiete Syrien und Libanon unter der Kontrolle der Vichy-Regierung. Das hieß, sie waren dem Einfluss der Nazis ausgesetzt und wurden für deren Propaganda und Aktivitäten zu einem wichtigen Vorposten in der arabischen Welt. Zu den Nachfolgern gehörte die Vorläuferbewegung der Baath-Partei, die sich am Vorbild der Nazis und Faschisten orientierte: ein Großteil der nazistischen und faschistischen Ideologie wurde ins Arabische übertragen und sinngemäß übernommen. Für eine Weile wurde im Irak sogar ein nazifreundliches Regime unter Führung von Raschid Ali al-Gailani eingesetzt. Die Briten und ihre Verbündeten konnten dieses Regime stürzen, Gailani fand Zuflucht in Deutschland, wo er zusammen mit dem Hitler-freundlichen Mufti von Jerusalem bis zum Ende des Krieges blieb.

Die britische und generell die westliche Nachkriegsherrschaft in diesen Ländern blieb allerdings von kurzer Dauer. Das Dritte Reich war vergangen, aber dessen Funktion als Schirm- und Schutzherr der gegen den Westen gerichteten „gerechten Sache“ wurde von der Sowjetunion übernommen. Die Neuorientierung der Baath-Partei weg vom nazistischen Modell hin zum kommunistischen Modell erforderte lediglich geringfügige Angleichungen.

Tatsächlich unterscheiden sich diese Ein-Partei-Regime in ihrer Struktur, ihrer Ideologie sowie ihrer Kampf- und Herrschaftsmethode gewaltig von den islamischen Herrschaftstraditionen – sowohl in der Theorie wie auch in der Praxis.

 

ARTIKEL VON HISTORIKER BERNARD LEWIS

  

Fußballfest oder Belagerungszustand?

Posted in Kritische Gruppen with tags , on Juni 9, 2008 by Antifa Toscanini

Vom 7. bis 29. Juni 2008 findet in Österreich und der Schweiz Fußball-Europameisterschaft der Männer statt. Ein Grund zur Freue? Nein, da man die negativen Seiten dieser Veranstalltung vergisst!