Archiv für FPÖ

Renovierung des Postnazismus

Posted in (Neo-)Faschismus with tags , , , , , , on Mai 29, 2009 by Antifa Toscanini

 

(erschienen in der Berliner Wochenzeitung Jungle World, Nr. 22/28. 5. 2009)

Österreich im Frühjahr 2009: In Serfaus, einem Urlaubsort in den Tiroler
Bergen, verweigert eine Hotelbetreiberin einer jüdischen Familie ein
freies Zimmer, da sie „schlechte Erfahrungen“ mit Juden gemacht habe.
Bei einem Besuch der Gedenkstätte Auschwitz fallen Wiener Schüler durch
antisemitische Pöbeleien auf. Bei der Gedenkfeier zur Befreiung des
Konzentrationslagers Ebensee schießen vermummte Jugendliche, die von
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache umgehend als „wirklich blöde Lausbuben“
bezeichnet werden, mit Softguns auf Überlebende, grölen Naziparolen und
zeigen den Hitlergruß. Die Freiheitlichen, die bei den Europawahlen mit
etwa 17 Prozent der Stimmen rechnen können, schalten in der „Krone“
eine Anzeige, in der sie nicht nur gegen einen möglichen EU-Beitritt der
Türkei wettern, sondern auch die antisemitischen Ressentiments der
Leserschaft bedienen, indem sie sich gegen einen von niemandem ernsthaft
diskutierten EU-Beitritt Israels in Pose werfen und die grüne,
sozialdemokratische und konservative Konkurrenz im traditionellen
Nazi-Jargon als „Handlanger der Amerikaner“ denunzieren.

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Tirol im Nationalrat von einem Nazi vertreten?

Posted in Antifaschismus & Antifa, Kritik with tags , , , , , , , on März 18, 2009 by Antifa Toscanini

 

„Es ist ein Skandal, dass Tirol im Nationalrat von einem Mann vertreten
wird, der in seiner politischen Karriere schon zwei Mal nachweislich in
verbotenen, neonazistischen Organisationen aktiv war!“ so Eveln Roth die
Vorsitzende der Autonomen Antifa Innsbruck.

Der Tiroler FPÖ-Nationalrat Franz Werner Königshofer war seit bereits 1971
Mitglied der verbotenen NDP unter dem Südtirol-Terroristen Norbert Burger;
und Mitveranstalter des „1. Mitteleuropäischen Jugendkongresses“ der
ebenfalls wegen seiner neonazistischen Ausrichtung verboten wurde.

Königshofer ist weiters Mitgleid in der rechtsextremen Innsbrucker
Burschenschaft Brixia. Die Brixia ist eine jener Burschenschaften, die vom
19.-21. Juni 2009, durch den Kommers das Tiroler Gedenkjahr mit ihrer
menschenverachtenden Ideologie zu mißbrauchen versuchen.
Evelyn Roth dazu: „Nach Martin Graf von der Wiener Burschenschaft Olympia
ist nun Franz Werner Königshofer ein weiteres Beispiel für die
Verbindungen zwischen Staat, rechtsextremen Parteien und Burschenschaften.
Kein Kommers 2009, weder in Innsbruck noch sonstwo!“

Nähere Informationen auf der Seite der Autonomen Antifa Innsbruck

Rechtsextremer Burschenschafterkommers in Innsbruck 2009‏!

Posted in Antifaschismus & Antifa with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , on Februar 28, 2009 by Antifa Toscanini

“Rechtsextreme Burschenschafter missbrauchen das Tiroler Gedenkjahr 2009
für ihre menschenverachtende Ideologie. NR-Präsident Martin Graf stellt
den Ehrenschutz!” ,so der Sprecher der Autonomen Antifa Innsbruck, Manfred
Schmidt.
Von 19.-21. Juni 2009 werden rechtsradikale Innsbrucker Burschenschaften
wie unter Anderem die Brixia, die Suevia und die Skalden den “Festkommers”
der schlagenden Waffenstudenten in Innsbruck organisieren!
Geladen sind Gäste aus dem rechtsextremen Spektrum des gesamten
deutschsprachigen Raums!
Einschlägig bekannt sind die Innsbrucker Burschenschaften durch die
Schändung des jüdischen Friedhofs in Innsbruck und die Einladung des
Holocaustleugners David Irving. In ihren Reihen befinden sich ehemalige
NSDAP bzw. SS-Mitglieder und nach dem NS-Verbotsgesetz verurteilte
Verbrecher wie zum Beispiel Herwig Nachtmann.
Nichtsdestotrotz, konnten über die Parteistrukturen der FPÖ/BZÖ
Innsbrucker Burschenschafter bis in die höchsten Instanzen des Staates
aufsteigen. Außerdem ist mit Christopf Mösenbacher als Vorsitzender des
Rings freiheitlicher Studierender (RfS) ein Mitglied einer
FPÖ-Vorfeldorganisation maßgeblich an der Organisation des Kommerses
beteiligt. Überschneidungen der FPÖ zum rechtsextremen Milieu werden somit
zum wiederholten Male deutlich. Martin Grafs Affinität zum
deutschnationalen Lager ist ja bekannt!
Evelyn Roth, die Vorsitzende der Autonomen Antifa Innsbruck fordert die
Öffentlichkeit zu einem entschlossenen Handeln gegen den Kommers 2009 und
die rechtsextremen Männerbünde auf! “Das Tiroler Gedenkjahr 2009 sollte
Anlass dazu geben, kritisch über Nationalsozialismus und Antisemitismus in
der Tiroler Geschichte zu reflektieren! Für rechtsextremes Gedankengut
darf es in Tirol keinen Platz geben!”

Für nähere Informationen besuchen sie die Homepage der Autonome Antifa Innsbruck

Rechtsdrehender Walzer!

Posted in (Neo-)Faschismus with tags , , , , , , , , , on Januar 22, 2009 by Antifa Toscanini

 

Rechtsextreme Burschenschaften laden in Wien zum Tanz. Auf dem Ball des Wiener Korporations-Rings sind aber nicht nur Akademiker, sondern auch Politiker aus ganz Europa gern gesehene Gäste.

von Flora Eder

Schwarzbraune Fiaker vor schweren, großen Toren, mit rotem Samt verkleidete Wände und Gemälde in Goldrahmen – welcher Ort würde sich für einen Ball konservativer und rechtsextremer Akademiker besser eignen als die Wiener Hofburg? In unmittelbarer Nähe des Heldenplatzes – auf dem 1938 das Publikum den Anschluss Österreichs an Deutschland bejubelte – werden sich am 30. Januar einmal mehr diejenigen tummeln, die in deutschnationalen Kreisen Rang und Namen haben. Zum mittlerweile 56. Mal lädt der Wie­ner Korporations-Ring (WKR) in die prächtigsten Räume Österreichs zum »größten couleurstudentischen Gesellschaftsereignis im deutschsprachigen Raum«.

»Der Ball ist eine eminent politische Veranstaltung und eine Demonstration von Burschenschaften, die damit ihr Selbstbewusstsein zeigen. Sie sagen: ›Da, schaut’s her, wir sind hier in der Hofburg, wir sind die Herren, die Mitte der Gesellschaft, der Mainstream‹«, sagt Andreas Peham vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) im Gespräch mit der Jungle World. Was in Deutschland Peham zufolge nicht möglich ist, stört in Österreich kaum jemanden. Abgeordnete des österreichischen Parlaments, Vorsitzende großer Parteien und Rektoren zahlreicher Universitäten zeigen nicht nur Wichs und Schmiss, sondern auch ihr gutes Verhältnis zu rechtsextremen Burschenschaften wie Olympia, Cimbria oder Teutonia.

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